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Fächersprache

Wenn man im Kontext des 18. Jahrhunderts über Fächer spricht, wird dies meist mit der wahrscheinlich elegantesten "Sprache" der Welt in Verbindung gebracht, der Fächersprache. Im 18. Jahrhundert galt die Fächersprache als eine einfache Methode, graziös und mit Eleganz verschiedene Gemütszustände und Handlungen auszudrücken. Vor allem bei den adeligen Frauen war es Etikette, die Fächersprache zu beherrschen und sich damit am Hofe dezent verständigen zu können. Die Signale, die dabei übermittelt wurden, galten oft den Liebeshändeln und dem Flirten.

Eine Frage, die sich dabei stellt ist, wie eine "Sprache", die allgemein am Hofe bekannt war, trotzdem als "Geheimsprache" gelten konnte. Es ist oft die Rede davon, dass es selbst Kurse und Akademien zur sogenannten Fächersprache gab, weshalb sollte sie also als "Geheim Code" gelten und mit dieser intime Themen besprochen werden? Des Weiteren wird nie wirklich genannt, wie genau die Nachricht an den richtigen Mann übermittelt wurde, bzw. ob sich die Person zurecht angesprochen gefühlt hatte.

Ein Beispiel: Ein Mann, der Interesse an einer Dame zeigte, die jedoch statt ihm einen Nebenbuhler mit dem Code betören wollte, konnte diese Signale falsch interpretieren. 

Abschließend kann man sagen, dass nicht eindeutig geklärt ist, ob die "Fächersprache" wirklich als Sprache angesehen werden kann oder die eigentliche Verständigung sich eher auf die zusätzlich angewandte Körpersprache bezieht. 

Einige Codes der Fächersprache sind:

Fächer auf der rechten Wange ruhen lassen - Ja.

Fächer auf der linken Wange ruhen lassen - Nein.

Fächer langsam fächeln - Ich bin verheiratet.

Fächer schnell fächeln - Ich bin verlobt.

Anzahl der geöffneten Stäbe - Die Uhrzeit, wann man sich treffen soll.

Fächer auf den Boden werfen - offene Zurechtweisung, Empörung



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