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Ginkgo biloba

Im 18.Jahrhundert war es modern, exotische Pflanzen in die Gärten Europas zu bringen. Die ersten Ginkgo-Bäume wurden in der Orangerie Belvedere gepflanzt und vermehrt. 

Wollte man einen Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba = zweigeteiltes Blatt) kaufen, musste man zu dieser Zeit 1 Taler pro Stück, das wären heute  ca. 70 Euro. Will man heute im Ginkgomuseum am Markt in Weimar einen Ginkgo-baum als Souvenir mitnehmen, muss man für einen  20 cm großen 4,95 Euro bezahlen. 

Vor allem Herzog Karl August und Johann Wolfgang von Goethe waren an diesem kostengünstigen exotischen Baum interessiert.  Deshalb wollten beide auch einen Ginkgo Baum in ihren Gärten haben. 

Der Baum inspirierte Goethe dazu, im September 1815 sein Gedicht „Ginkgo biloba“ zu schreiben. Goethe widmete es seiner späteren Liebe Marianne von Willemer.

In Weimar steht der älteste Ginkgo-Baum am Fürstenhaus.


Ginkgo biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich Eins und doppelt bin?

von Johann Wolfgang von Goethe 




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