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Plastische Darstellungen von Goethe

Wir haben uns mit diesem Thema beschäftigt, weil uns der Vergleich der Goethe-Büsten zu der heutigen modernen Retuschierung von körperlichen Mängeln sehr beeindruckte.

In der Zeit der Weimarer Klassik waren Büsten ein sehr beliebtes Geschenk. Doch oft wurden die plastischen Abbildungen verfälscht oder idealisiert. Dies ist mit dem heutigen Retuschieren mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen zu vergleichen. 

Diese Idealisierung erkennt man sehr gut an Goethes Büste von Martin Gottlieb Klauer, bei der er mit „göttlichen“ Locken dargestellt wird, welche er überhaupt nicht besaß. Des Weiteren trägt er eine Toga mit einer Fibel. Dadurch wird ein antik-römischer Eindruck erzeugt. 

Auch bei einer weiteren Büste von Christian Daniel Rauch werden viel längere Haare und breitere Schultern als Ideal gezeigt. Aus diesem Grund wirkt er viel jünger, obwohl er schon 70 Jahre alt war. Auch seine dargestellte Haltung ist sehr außergewöhnlich. Diesen nach rechts abgewendeten Blick sieht man sehr selten. Ein weiters Merkmal sind die Runzeln auf der Stirn, die umgangssprachlich als "Denkerstirn" bezeichnet wird.

Komischerweise sieht ein Lebendabguss von Goethe im Alter von 59 Jahren viel älter aus als eine idealisierte Büste im Alter von 80 Jahren.

Wir vermuten, dass er immer jünger dargestellt werden wollte, da er Angst vor dem Älterwerden hatte. 


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