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Goethes Majolikazimmer

Majolikas sind Schalen oder Teller aus bunter Keramik mit speziellen Motiven. Der Name wird von der Mittelmeerinsel Mallorca abgeleitet, wo die spezielle Technik der Zinnglasur herstammt. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden sehr viele Majolikas nach Italien exportiert, was zur selbstständigen Herstellung der Produkte in Italien  führte. 

Aber was hat Goethe mit den Majolikas zu tun?

Goethe war ein leidenschaftlicher Sammler der Majolikas, die er auf seiner Reise durch Italien für sich entdeckte. Vor allem sammelte er bis ins hohe Alter Majolikas mit mythologischen und christlichen Motiven. Diese spiegeln oft Szenen aus der mythologischen Geschichte und dem Alltag wieder. Er liebte die Keramikschalen wegen der leuchtenden Farben, die übrigens auf Metalloxiden (wie z.B. Kupfergrün und Antimonengelb) basieren, und wegen der Vielfalt der Muster und der Themen. Die hauptsächlich vertretenen Farben sind Weiß, Gelb-Grau, helles Rotbraun und kräftiges Blau. 

Für diese Keramiken der italienischen Renaissance ließ Goethe sogar eigens Glasvitrinen bauen, die bis heute an ihrem Platz in einem separatem Zimmer stehen. Dieses Zimmer hat seinen Namen der Majolikasammlung Goethes zu verdanken. Es wird "Majolikazimmer" genannt. Ursprünglich diente dieses Zimmer als Schlafzimmer für Goethe und seine Ehefrau Christiane. Erst nach dem Tod Christianes fing Goethe an, das Zimmer hauptsächlich als Sammlungszimmer zu nutzen und schlief von nun an nur noch selten darin. 

1804 schrieb er, gemeinsam mit Meyer, einen Aufsatz über die Majolikas. Sie wollten damit die kunstinteressierten Kreise informieren und  ihnen die neu entdeckte Keramik nahe bringen, da bisher der Mode entsprechend überwiegend griechische Vasen gesammelt wurden. Die beiden setzten sich intensiv mit den Keramiken auseinander und so wurde ihr Aufsatz die erste deutsche Publikation, die den Stellenwert von Majolikas betonte und explizit auf die kunsthandwerkliche Technik einging. 



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